Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Kantate. „Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder !“ Unter diesem Psalmvers steht auch der heutige Sonntag, der sich mit dem Singen beschäftigt.

Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 15. Kapitel der Offenbarung, die Verse 2-4. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und ich sah, und es war wie ein gläsernes Meer, mit Feuer vermengt; und die den Sieg behalten hatten über das Tier und sein Bild und über die Zahl seines Namens, die standen an dem gläsernen Meer und hatten Gottes Harfen und sangen das Lied des Mose, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes: Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, allmächtiger Gott ! Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, du König der Völker. Wer sollte dich, Herr, nicht fürchten und deinen Namen nicht preisen ? Denn du allein bist heilig ! Ja, alle Völker werden kommen und anbeten vor dir, denn deine gerechten Gerichte sind offenbar geworden.

Liebe Gemeinde,

am heutigen Sonntag steht also der Gesang im Vordergrund. Und dass nicht nur in dieser unseren Welt gesungen wird, das haben wir soeben in unserem Predigttext erfahren.

Johannes durfte, wenn wir es so nennen wollen, einen Blick hinter die Kulissen tun. Der auferstandene Herr Jesus Christus zeigte Johannes, wie es in der jenseitigen Welt zugeht.

Diese Welt ist so schön und so wunderbar, dass Johannes einfach die Worte fehlen, um diese Welt zu beschreiben. All unsere menschlichen Worte können wohl nicht annähernd das ausdrücken, was Johannes gesehen hat. Daher fällt es auch bis heute sehr schwer diese, also die Worte des Johannes, auszulegen.

Am Rande des großartigen Geschehens, dessen Zeuge Johannes ist, finden wir auch zwei Lieder, die wir miteinander einmal bedenken wollen. Und wir wollen kurz darüber nachdenken, was sich für uns ganz praktisch aus diesem Predigttext ergibt.

1. Das Lied des Mose

Das Lied des Mose finden wir im 2. Buch Mose, nachdem der Herr die Israeliten sicher aus Ägypten geführt hatte. Es ist ein Danklied, vor allem aber ein Lied auf der Wanderschaft.

Also ist es auch ein Lied für uns; denn auch wir sind Tag für Tag auf der Wanderschaft unseres Lebens. Wir finden das Lied des Mose im 15. Kapitel des 2. Buches Mose. Wenn wir uns dieses Lied näher betrachten, dann stellen wir fest, dass es ein Danklied ist. Ein Danklied für alles, was der Herr für die Israeliten bisher getan hatte.

Durch viele Unbillen sind sie gegangen, aber vor allem auch getragen worden auf der Wanderschaft ihres Lebens. So wie der Herr die Israeliten damals getragen hat, so will Er uns auch heute noch tragen.

Darauf dürfen wir uns immer wieder besinnen, wenn wir durch die Täler unseres Lebens gehen müssen. Letztendlich gehen wir an des Herren Hand und nach jedem Tal geht es auch wieder bergauf. Unser Herr ist immer bei uns. Eigentlich doch Grund genug, Ihm tagtäglich für Seine Hilfe Danke zu sagen.

Und wie können wir besser danken als mit einem Lied. Ein Lied macht aber auch Mut, den bisherigen Weg weiter zu gehen. Viele Beispiele finden wir dafür in unserem Gesangbuch. „Ich steh in meines Herren Hand“ und „Befiehl du deine Wege“ sollen nur zwei Beispiele für mutmachende Glaubenslieder sein.

Wenn wir uns daran erinnern, welche Wege wir persönlich schon mit unserem Herrn zusammen gegangen sind, dann können auch wir sicherlich das sagen, was Mose am Ende seines Lobgesanges gesungen hat, nämlich den Vers „Der Herr wird König sein, immer und ewig.“

Darauf, liebe Gemeinde dürfen wir uns unser ganzes Leben lang verlassen, darauf dürfen wir unser ganzes Vertrauen setzen und darauf dürfen wir hoffen, dass auch wir in der Ewigkeit mit allen, die uns voraus gegangen sind, dieses Lied anstimmen dürfen.

2. Das Lied des Lammes

Liebe Gemeinde, das Lied des Lammes ist ein Lied, das uns in ganz besonderer Art und Weise mit der Ewigkeit verbindet.

Denken wir nur einmal an die Abendmahlsliturgie. Dort singen wir allen Engeln zusammen das Lied: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr Zebaoth.

Mit diesem Lied schaffen wir hier auf Erden schon eine imaginäre Verbindung zwischen Himmel und Erde. In gewisser Weise können wir mit unseren geistigen Augen immer dann, wenn wir dieses Lied anstimmen einen Blick hinter die Kulissen tun.

In Verbindung mit den himmlischen Heerscharen können wir immer wieder in unseren Gottesdienst ein wenig Himmelsluft schnuppern. Gott selber schafft uns diese Möglichkeit, weil Er unsere müden Seelen immer wieder auf’s Neue stärken möchte.

Alle, die mühselig und beladen zu Ihm kommen, die will Er erquicken. So auch uns liebe Gemeinde. Lassen wir uns doch auch von Ihm wieder stark machen für die nächste Woche hier auf Erden.

Singen dürfen wir übrigens nicht nur im Gottesdienst. Singen dürfen wir in allen Situationen unseres Alltages. Probieren wir es doch in der kommenden Woche einmal aus. Ich bin sicher, wir werden gestärkt und fröhlich sein nach unserem so gesungenen Gotteslob.

3. Die Konsequenz

Alle Völker werden kommen, so steht es am Ende unseres Predigttextes.
Und damit ist auch unsere Verpflichtung angedeutet.

Bei allem Dank und Lobpreis dürfen wir die Umsetzung in die Tat nämlich nicht vergessen. Wie sollen denn alle Völker kommen, wenn sie nicht wissen wohin und wozu ? Gerade dabei sind wir aufgerufen allen Menschen den Weg dahin zu weisen an den Ort, der so unbeschreiblich schön ist, das es selbst Johannes nicht in Worte fassen konnte.

Egal, was auch geschieht, lassen Sie uns nicht ablassen von dem EINEN allen Menschen zu erzählen, der uns erlöst hat und uns den Weg in den Himmel wieder frei gemacht hat.

Der Liederdichter Paul Gerhardt hat uns mit seinem Lied „Befiehl du deine Wege….“ (EG361) ein Werk hinterlassen, welches uns unseren Weg in dieser Welt immer wieder weisen will. Lassen Sie uns mir dem 1. Vers dieses Liedes in die neue Woche gehen:

Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt
der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege, Lauf und Bahn,
der wir auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.

Der Herr begleite Dich bei Deiner Wanderschaft durch Dein Leben
Der Herr gebe Deinem Herzen immer wieder mutmachende Einblicke in SEINE Ewigkeit
Der Herr gebe Dir die Kraft und den Mut, davon allen Menschen zu erzählen

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber