Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich zur heutigen Neujahrpredigt im Jahre 2018. Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes Jahr 2018. Den Predigttext für die heutigen Neujahrspredigt finden wir bei dem Evangelisten Lukas im 4. Kapitel, die Verse 16-21. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jesu Predigt in Nazareth

Und er kam nach Nazareth, wo er aufgewachsen war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbat in die Synagoge und stand auf und wollte lesen. Da wurde ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Und als er das Buch auftat, fand er die Stelle, wo geschrieben steht (Jesaja 61, 1-2): Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn. Und als er das Buch zutat, gab er’s dem Diener und setzte sich. Und aller Augen in der Synagoge sahen auf ihn. Und er fing an, zu ihnen zu reden: Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren.

Liebe Gemeinde,

beim ersten Lesen des Predigttextes fiel mir sofort ein: Das ist genau auf den Neujahrstag zugeschnitten. Lassen Sie uns daher einmal gemeinsam überlegen, was diesen Predigttext hinsichtlich des Neujahstages so besonders macht.

1. Das Gnadenjahr

Ein weiteres Gnadenjahr des Herrn hat begonnen wie wir soeben gehört haben. Ist das nicht wunderbar, wie der Herr uns Gnadenjahr um Gnadenjahr schenkt um den Menschen die Möglichkeit zu geben zu ihm zurückzukehren.

Denken wir doch einmal wieder daran, wie langmütig, gnädig und barmherzig unser Herr ist. Er, der Himmel und Erde gemacht hat, könnte mit Fug und Recht diesem Planeten mit sofortiger Wirkung ein Ende setzen.

Was haben wir im vergangenen Jahr nicht alles getan, um seine Barmherzigkeit auf’s Spiel zu setzen. Denken wir nur einmal an das Projekt „Ehe für alle“. Ein glasklarer Verstoß gegen all, das was uns der Herr zu tun oder zu lassen geboten hat. Denken wir an die vielen Tötungsdelikte gegen das ungeborene Leben. Auch das hat uns unser Herr verboten.

Zahlreiche andere Verstöße kommen sicherlich noch hinzu. Aber wieso ist unser Herr denn eigentlich immer noch so gnädig? Liebe Gemeinde, unser Vater im Himmel sieht uns nicht als anonyme Masse an, die größtenteils seine Gebote mit Füßen tritt. Nein, unser Herr sieht einen jeden von uns ganz persönlich an und möchte, dass ein jeder von uns sich wieder zu ihm bekehrt.

Nutzen wir doch dieses neue Jahr um diese frohe Botschaft den Menschen nahezubringen, die sie noch nicht kennen. Und danken wir dem Herrn doch wieder einmal ganz inständig, dass er noch ein Gnadenjahr hinzugefügt hat.

2. Das Erlösungsjahr

Liebe Gemeinde, Gnade vor Recht ergehen lassen, diesen Spruch kennen wir sicherlich alle. Man sagt ihn oftmals so schnell daher, aber was bedeutet er denn eigentlich?

Gnade vor Recht heißt nichts anderes, als dass ich, wenn es mit rechten Dingen zugehen würde eine Strafe verdient hätte, mir diese Strafe aber erlassen wird oder aber ein anderer diese Strafe für mich übernimmt.

Wenn es nach Recht und Gerechtigkeit zuginge, dann würde ein jeder von uns in der Hölle landen. Als Erbsünder geboren lernen wir nichts so schnell wie die Sünde. Schauen wir uns doch einmal kleine Kinder an. Das Wort „Nein“ scheinen sie automatisch mit der Geburt mitbekommen zu haben. Oder aber die Lüge. Automatisch neigt der Mensch eher zur Lüge als zur Wahrheit.

Auch wenn wir manche Lügen gern als Notlügen bezeichnen, dann sind sie trotzdem Lügen und ein Verstoß gegen Gottes Gebote. Und ein Verstoß muss bestraft werden. Nun können wir diese Strafe aber gar nicht selber bezahlen, da wir dazu gar nicht in der Lage sind.

Daher hat Gott selber für all unsere Sünden und Verstöße mit dem Leben seines Sohnes bezahlt und uns somit den Weg zurück in die Heimat ermöglicht.

Danken wir dem Herrn eigentlich noch dafür, was er für uns getan hat? Wir könnten ja gleich heute wieder damit beginnen.

3. Die Folgen

Uns ist also Gnade und damit Erlösung widerfahren. Das ist schön und darüber dürfen wir uns auch jeden Tag auf’s Neue freuen. Aber mit dieser Erlösung sind auch eine Aufgaben verbunden, die uns unser Herr auf unsere Herzen gelegt hat. Welche dies sind, damit wollen wir uns zum Abschluss der heutigen Predigt noch kurz befassen.

a. Den Gefangenen Freiheit predigen.

Wie viele Menschen sind in Sünden gefangen und wissen keinen Ausweg aus diesem Dilemma. All diesen Menschen sollen wir den einen Ausweg aufzeigen, der sie sofort von diesen Sünden befreit, nämlich den Weg zum Kreuz.

b. Die Blinden sehend machen.

Wenn ich eine Reise unternehme, dann komme ich nur dann sicher dort an, wenn ich in mein Navigationsgerät den richtigen Ort eingebe. Wenn ich irgendeinen Ort angebe, dann komme ich höchstwahrscheinlich nicht zu meinem Ziel, sondern lande irgendwo, wo ich nicht hin will.

Und so sind viele Menschen blind, was den Glauben angeht. Öffnen wir ihnen doch ihre Augen und helfen ihnen, in ihr Navi den Zielort Golgatha einzugeben. Dieser Vergleich zeigt uns auch, was Gott von uns erwartet. Wir sollen unseren Mitmenschen nur den rechten Weg aufzeigen, die Entscheidung, ob sie diesen Weg einschlagen sollen die müssen sie schon selber treffen.

Da kann auch kein Zwangsevangelisator etwas dran ändern. Den Weg zum Kreuz muss jeder Mensch von sich aus und aus freien Stücken gehen.

c. Den Zerschlagenen die Freiheit predigen.

Jeder von uns hat bestimmt schon einmal mit Misserfolgen zu tun gehabt. Wir sind bestimmt alle auch schon einmal ungerecht behandelt worden. Wie gehen wir als Christen denn damit um ? Nun, als Christen befehlen wir diese Dinge unserem Herrn an. Und dann lasen wir diese Dinge auch bei unserem Herrn und gehen fröhlich unseres Weges.

Das klappt zwar nicht immer sofort und auf Anhieb. Aber letztendlich klappt es dann doch.

Wenn ich mit Menschen ins Gespräch komme, dann höre ich bei vielen Menschen eine Hoffnungslosigkeit aus ihren Worten heraus. Misserfolge, ungerechte Behandlungen und viele andere Dinge sind diesen Menschen geschehen.

Wenn ich niemanden habe, dem ich diese Dinge vor die Füße legen kann, dann komme ich irgendwann in den Zustand hinein, indem mich die Dinge zu überrollen scheinen und ich einfach keinen Ausweg mehr sehe. Ein Misserfolg folgt dem nächsten und natürlich fühle ich mich dann auch von der ganzen Welt ungerecht behandelt. Das gipfelt oftmals in einem Gefühl des Zerschlagenseins.

Und wenn wir jetzt im Jahre 2018 einem Menschen begegnen, dem so etwas oder ähnliches widerfahren ist, dann dürfen wir diesem Menschen den Weg zeigen, wohin er mit all seinen Nöten gehen kann; nämlich zu dem Mann am Kreuz. Dem ist es nämlich nicht egal, ob wir einen Misserfolg nach dem anderen erleben oder ob die Menschen auf unseren Seelen herumtrampeln. Der ist schließlich für uns gestorben, damit wir frei leben können.

Lassen Sie uns nunmehr zum Abschluss einstimmen in den 9. Vers des Liedes „Der du die Zeit in Händen hast…“ (EG 64) von Jochen Klepper, der da lautet, wie folgt:

Der du allein der Ewge heißt und Anfang, Ziel und Mitte weißt
im Fluge unsrer Zeiten:
Bleib du uns gnädig zugewandt und führe uns an deiner Hand,
damit wir sicher schreiten.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Neujahrstag und einen fröhlichen Start in das Jahr 2018.