Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem 15. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Lukas im 18. Kapitel, die Verse 28-30. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Lohn der Nachfolge

Da sprach Petrus: Siehe, wir haben, was wir hatten, verlassen und sind dir nachgefolgt. Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: es ist niemand, der Haus oder Frau oder Brüder oder Eltern oder Kinder verlässt um des Reiches Gottes willen, der es nicht vielfach wieder empfange in dieser Zeit und in der zukünftigen Welt das ewige Leben.

 

Liebe Gemeinde,

„Was habe ich denn davon?“ ist eine Frage, die nicht nur heute unser Leben zu bestimmen scheint. Nein, das war auch schon zu Lebzeiten Jesu der Fall. Wenn wir uns hinsichtlich unseres christlichen Glaubens diese Frage stellen, dann sollten wir über drei Punkte einmal gemeinsam nachdenken:

1. Was ist Nachfolge

Wenn ich nach dem Lohn der Nachfolge frage, dann muss ich zunächst einmal in Erfahrung bringen, was denn Jesus von mir als seinem Jünger erwartet.

Jesus sagt es ganz deutlich, dass Nachfolge einen Bruch mit der bisherigen Welt bedeutet. Wenn Jesus sagt, dass Nachfolge das verlassen von Haus, Frau, Brüder, Eltern und Kindern bedeutet, dann dürfen wir dies natürlich nicht so verstehen, dass Jesus von uns erwartet, dass wir uns scheiden lassen und unsere Schutzbefohlenen im Stich lassen nur um ihm nachzufolgen.

Ich weiß, dass dies manche Glaubensgemeinschaften so verstehen. Dies geht aber schon ganz gewaltig in die Richtung Sekte und hat mit dem, was unser Herr von uns als seinen Nachfolgern erwartet, rein gar nichts mehr zu tun.

Haus, Frau, Brüder, Eltern und Kinder stehen vielmehr für unsere bisherigen festen Lebensgewohnheiten. Jeder von uns hatte sich doch vor seiner Bekehrung sein Leben so einigermaßen gemütlich und komfortabel eingerichtet auch ohne Gott.  Und in diese Komfortzone bricht nun der Herr Jesus ein und fordert uns auf, diese zu verlassen.

Verlassen heißt nicht, diese aufzugeben, sondern aus der Zone herauszukommen und das, was ich vermeintlich selber bestimmt habe, unserem Herrn zu übergeben.

Jesus sein Leben zu übergeben heißt nichts anderes, als dass ich ihm die Regentschaft über mein Leben übertrage. Wer das gemacht hat wird feststellen, dass Jesus in seinem Leben kräftig aufräumt. Alles, was nicht zum Reiche Gottes passt, wird ausgemerzt und alles, was ER von uns erwartet, das legt er liebevoll in unsere Herzen hinein.

Dass dies Probleme mit unserem Umfeld mit sich bringt ist so sicher, wie das berühmte Amen in der Kirche. Aber bei allem, was auch passieren mag, werden wir feststellen, dass ein tiefer innerer Frieden in uns wohnt, der mit all diesen Problemen fertig wird.

Nur so nebenbei bemerkt: Ich habe noch keinen Menschen kennengelernt, der diese Entscheidung bereut hat.

2. Der Lohn Hier und Heute

Kirchen wird ja seit jeher vorgeworfen, dass sie die Menschen auf das Jenseits vertrösten. Das ist aber nicht der Fall und daher kompletter Unsinn.

Jesus sagt klipp und klar, dass seine Nachfolger, die ihm ihr Leben übergeben haben, schon hier auf Erden ein Vielfaches von dem empfangen werden als dass sie gegeben haben.

Das hört sich erst einmal gut an. Aber was ist denn das denn ganz konkret, ein Vielfaches ? Wenn ich Jesus mein Leben übergeben habe, dann lebe ich in einer ständigen Gemeinschaft mit meinem Herrn an meiner Seite.

All das, was mich betrübt, dass will er mit mir gemeinsam durchstehen.

Er will mein ständiger Ratgeber in allen Lebenslagen sein. Nichts in meinem Leben ist ihm zu klein, als dass er sich nicht darum kümmern möchte und nichts ist ihm zu groß, als dass er nicht in der Lage wäre zu helfen.

Gute Freunde stehen uns zwar auch zur Seite. Aber wie das mit irdischen Freunden nun mal so ist, da kommt ein Streit und schon ist die Freundschaft vorbei. Aber Jesus ist unser guter Freund, der uns niemals mehr im Stich lassen wird. Egal, was auch passiert, egal welchen Bockmist wir wieder einmal verzapft haben, er ist und bleibt unser bester Freund.

Wer das nicht glauben mag, der möge bitte das 28. Kapitel des Matthäusevangeliums lesen wo Jesus zu uns sagt: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“. Wenn das mal kein Lohn der Nachfolge schon auf Erden ist.

3. Der Lohn im Himmel

Was uns im Himmel erwartet, das sagt uns Jesus auch ganz deutlich; nämlich das ewige Leben.

Mit dem Tod ist doch sowieso alles aus. Das höre ich immer wieder. Für denjenigen, der mit Jesus nichts am Hut hat, mag dies sicherlich auch so sein. Aber diejenigen, die ihm nachfolgen haben in der Tat rosige Zukunftsperspektiven.

Pfarrer Wilhelm Busch erklärte es einmal so: „Wenn ich hier auf Erden die letzte liebende Hand, die mir zur Seite steht loslassen muss, dann erwartet mich in der gleichen Sekunde auf der anderen Seite mein Herr, der mich liebevoll in seine Arme nimmt und mich ganz herzlich im Himmel willkommen heißt.“ Besser kann man es gar nicht ausdrücken.

Wenn das so ist, und die Bibel zeigt uns an vielen Stellen, dass dies so ist, dann gibt es für uns Christen eigentlich den Tod nicht mehr. Wir gehen nur von unserem irdischen Leben in das ewige Leben über.

Natürlich bin ich traurig, wenn ein geliebter Mensch von uns geht. Ich komme gerade aus dem Urlaub zurück. Ein sehr guter Freund von mir ist während meines Aufenthaltes plötzlich und ohne jedwede Vorwarnung im Alter von 61 Jahren heimgegangen. Natürlich jubel ich nicht vor Freude, dass er nunmehr in der Ewigkeit ist. Natürlich bin ich traurig.

Aber diese Trauer wird immer auch davon überlagert, dass er zwar seinen irdischen Lebensweg beendet hat, aber jetzt im Himmel angekommen ist.

Und eines Tages werde ich ihm wieder begegnen.

Das klingt jetzt natürlich alles ein wenig nach dem bekannten „Friede, Freude, Eierkuchen“. Und daher muss ich noch kurz auf etwas Entscheidendes hinweisen.

Der Lohn des ewigen Lebens wird uns zwar allen angeboten. Aber nur diejenigen, die sich auf Erden für die Nachfolge entscheiden, haben schon hier jeden Tag die absolute Gewissheit, dass sie im Himmel landen werden. Was mit den anderen Menschen passiert, das, liebe Gemeinde soll nicht unser Thema sein.

Unser Thema sollte es hingegen sein, möglichst viele Mitmenschen auf diese Wahlmöglichkeit hinzuweisen.

Damit wir uns auch jeden Morgen in der Frühe daran erinnern, lassen Sie uns nunmehr gemeinsam in den 1. Vers des Liedes „Er weckt mich alle Morgen…“ (EG 452) von Jochen Klepper einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Er weckt mich alle Morgen. Er weckt mir selbst das Ohr.Gott hält sich nicht verborgen, führt mir den Tag empor, dass ich mit seinem Worte begrüß das neue Licht.
Schon an der Dämmerung Pforte ist er mir nah und spricht.

Der Herr segne dich und behüte Dich

Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt sie alle ganz herzlich

Ihr

Ulrich Naber