Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 21. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 6. Kapitel des Epheserbriefs, die Verse 10-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die geistliche Waffenrüstung

Zuletzt: Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt. So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit, und an den Beinen gestiefelt, bereit, einzutreten für das Evangelium des Friedens. Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes.

Liebe Gemeinde,

heute geht es darum, wie wir dem Teufel und seinen Versuchungen widerstehen können. Ein Thema, das nach wie vor nichts von seiner Aktualität eingebüßt hat. Wir müssen dabei gar nicht in die Ferne schweifen, sondern um uns herum können wir die Machenschaften des Satans an allen Ecken und Enden sehen.

Wenn unser Predigttext eine militärische Herangehensweise an den Teufel empfiehlt, dann können wir schon ein wenig die Gefährlichkeit Satans erahnen. Wer nur unter Einsatz des Militärs besiegt werden kann, der muss ja schon ganz schön gefährlich sein. Schauen wir uns doch heute Morgen einmal zusammen an, wie wir am besten den satanischen Machenschaften widerstehen können.

1. Schild des Wortes

So kann man den ersten Teil der Waffenrüstung Gottes auch übersetzen. Was ist damit gemeint?

Stellen wir uns einen Kriegsführer vor, der vor einer Schlacht steht und diese auch gewinnen möchte. Wird er sich für all das, was der Gegner als Waffen in Händen hält interessieren oder ist ihm dies egal, weil er sowieso schon gewonnen hat? Der kluge Taktierer wird doch wohl versuchen, seinen Widersacher so gut es geht, auszuspähen.

Genau so sollen wir es auch machen. Die Existenz des Teufels zu verleugnen, wie es heute ja sehr häufig der Fall ist, nutzt nur einem, nämlich dem Teufel höchstpersönlich. Wer ihn nicht ernst nimmt, also die von ihm ausgehende Gefahr gar nicht kennt, für den ist er ein leichtes Opfer.

Nun hat uns Gott mit seinem Wort eine Art Betriebsanleitung für unser Leben gegeben. In dieser Betriebsanleitung finden wir sehr viele Stellen, die sich mit dem Teufel und seiner Vor- und Herangehensweise beschäftigen. Wenn wir wissen, wie der Teufel taktiert, dann können wir fast sagen: „Gefahr erkannt, Gefahr gebannt“.

Und erst wenn ich meinen Gegner genau kenne, erst dann kann ich auch gegen ihn erfolgreich in die Schlacht ziehen. Wenn ich das Wort Gottes als Betriebsanleitung wirklich ausführlich studiere, dann dürfte es mir gelingen, den Teufel in vielen Gelegenheiten als den zu erkennen, der er in Wirklichkeit ist, nämlich der Vater der Lüge.

2. Helm des Heils

Ein Soldat, der in den Krieg zieht, ist mit einem Helm stets gut behütet. Dieser Helm kann verhindern, dass ihn Kugeln am Kopf treffen und ihn sofort töten. Unser Helm des Heils ist unsere Beziehung zu unserem Herrn.

Diesen Helm zu tragen bedeutet nichts anders, als dass wir uns zu dem Herrn Jesus und seiner Erlösungstat bekennen, diese für uns in Anspruch nehmen und dem Herrn Jesus die Türe unseres Herzens ganz weit auftun, damit er bei uns Einzug halten kann. Wenn wir dies tun, dann wird ER in uns Wohnung nehmen und unser Helm des Heils sein.

Und als Helm des Heils behütet er uns vor den Angriffen des Teufels und stellt sich ihnen entgegen. Luther sagte dies einmal auf folgende Art und Weise: Wenn der Teufel an meines Herzens Türe klopft und um Einlass bittet, dann öffne ich geschwinde diese Türe und der Teufel kann erkennen, dass in meinem Herzen bereits der Herr Jesus wohnt. Und dann zieht er beleidigt wieder ab.

Einen Helm trägt man ja immer nur bei Gefahr. Ich glaube, wir sind in der heutigen Zeit auf dem besten Wege, die Gefahr des Teufels kleinzureden oder gar auszublenden. Wir müssen uns wieder bewusst werden, dass der Teufel den ältesten Christen überleben, den Fleißigsten übertreffen, den Stärksten schlagen und den Weisesten austricksen kann.

Die Visitenkarte des Teufels ist nämlich die Täuschung und die ist manchmal so geschickt, dass sie uns direkt überfordert. Gott sei Dank haben wir ja unseren Herrn bei uns.

3. Schwerte des Geistes

Während der Helm durchaus als passiver Schutz vor Angriffen gedacht ist, sieht das bei dem Schwert schon ein wenig anders aus. Es wird zur aktiven Verteidigung eingesetzt, um das eigene Leben und Überleben zu sichern.

Mit dem Schwert des Geistes, welches wir in unserem Predigttext vorfinden, ist zweierlei gemeint:

Zunächst ist damit der Heilige Geist gemeint. Jesus selbst wies ja schon bei seiner Himmelfahrt daraufhin, dass Gott uns einen Tröster senden wird, der fortan bei uns sein wird. Das Pfingstgeschehen beschreibt dies sehr ausführlich. Seit Pfingsten, steht, sorry, wenn ich das so salopp ausdrücke, der Heilige Geist für uns parat.

Und jetzt kommt auch schon die Problematik. Gegen unseren Willen wird er niemals bei uns Einzug halten. Bei Gott gibt es keine Zwangsbekehrungen. Wer nichts mit Gott zu tun haben möchte, den lässt er auch in seinem (Un)frieden.

Solche Menschen sind natürlich willfährige Opfer für die Machenschaften des Teufels. Das Schlimme daran ist, dass sie dies meist gar nicht bemerken. Oftmals merken sie es erst dann, wenn bereits alles zu spät zu sein scheint. In der Suchtkrankenhilfe höre ich immer wieder derart schlimme Schicksale. Da wird aus Frust auf den Chef abends der ein oder andere Schnaps getrunken und scheinbar geht es einem danach richtig gut.

Irgendwann reichen dann die 1-2 Schnäpse nicht mehr aus und es werden immer mehr. Und dann auf einmal kommt man morgens nicht mehr aus dem Bett, weil man noch zu betrunken ist um aufzustehen. Und irgendwann muss man sich dann gar nicht mehr über den Chef ärgern, weil man den Arbeitsplatz los ist. Was anfangs als Heilmittel diente wurde also zu einer ganz großen Gefahr für Leib und Leben. Aber auch in diesen Situationen ist noch eine Umkehr und eine Hinkehr zu Jesus möglich, wie ich es an vielen Beispielen erleben durfte. Sobald der Heilige Geist Einzug gehalten hatte, hatte der Satan seine Macht verloren.

Aber mit dem Schwert des Geistes ist noch etwas anderes gemeint, nämlich unser gesunder Menschenverstand, den uns Gott mit auf unseren Lebensweg gegeben hat. Wir sind nämlich durchaus in der Lage, einige Fallen und Tricks des Teufels zu erkennen, wollen dies aber häufig nicht wahrhaben. Das glauben Sie nicht ? Kleine Kostprobe gefällig ? Vor einigen Jahren warb ein Unternehmen mit Traumrenditen für schon auf den ersten Blick erkennbare dubiose Kapitalanlagen. Jeder, aber auch jeder hätte erkennen können, dass dieses Geschäftsmodell nicht funktionieren kann.

Aber was haben viele Menschen getan? Genau, sie haben Ihre Ersparnisse genau diesem Unternehmen überwiesen, um auch in den Genuss der Traumrenditen zu kommen. Und bei diesem Traum ist es dann leider auch geblieben.

Also ein ganz pragmatischer Rat, den uns die Bibel mit auf den Lebensweg gibt. Einfach mal Augen und Ohen offenhalten und wichtige Entscheidungen einmal kritisch prüfen.

Wir haben SEIN Wort, wir haben den Herrn Jesus, der uns behütet und wir haben alle einen gesunden Menschenverstand mit auf den Weg bekommen. Mit dieser Kombination an Waffen sollte es uns gelingen, den Angriffen des Teufels zu widerstehen. Und lassen Sie uns eines nicht vergessen: Auch wenn wir einmal wieder in des Teufels Falle getrappt sind, unser Herr ist nur ein Gebet weit entfernt.

Dies beschreibt auch Martin Luther sehr schön in dem 3. Vers seines Liedes „Ein feste Burg ist unser Gott…“ (EG 362), der da lautet, wie folgt:

Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wie uns nicht so sehr, es sollt uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt, wie sau’r er sich stellt,
tut er uns doch nicht; das macht,er ist gericht‘:
Ein Wörtlein kann ihn fällen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber