Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Altjahresabend. Lassen Sie uns diesen Abend nutzen und Gott dafür danken, dass er uns im Jahre 2015 wunderbar geführt und geleitet hat und erbitten wir auch gleichzeitig seinen reichen Segen für das Jahr 2016. Dass Gott uns auch im Jahre 2016 zur Seite stehen wird davon berichtet der heutige Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Abend im 8. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 31b – 39. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht. Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt. Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst, oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht (Psalm 44,23) „Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie die Schlachtschafe.“ Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte und Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Liebe Gemeinde,

„Gott ist für uns…“ so lesen wir es ganz am Anfang unseres heutigen Predigttextes. Wenn wir uns das Jahr 2015 kurz in unser Gedächtnis zurückrufen, dann wird wohl ein jeder von uns die eine oder andere Situation vor seinem inneren Auge haben, wo Gott ihn auch im Jahre 2015 ganz besonders behütet und beschützt hat.

„Gott ist für uns….“, was heißt dies denn ganz konkret für uns und wo zeigt sich das denn, dass Gott für uns ist? Lassen Sie uns heute Abend dieser Frage nachgehen und schauen, welche Antworten Gottes Wort für uns bereithält.

1. Am Kreuz

Gerade am Kreuz können wir erkennen, dass Gott für uns ist. Am Kreuz hat sich Gott selber für uns Sünder dahingegeben. Er hat sein Leben dafür gegeben, dass wir wieder Gemeinschaft mit ihm haben können. Wenn so jemand nicht „für uns ist..“ wer den bitteschön dann?

Am Kreuz trägt der menschgewordene Gott in der Gestalt Jesu die Sünden der gesamten Welt um dafür zu bezahlen. Alle Sünden der Vergangenheit hängen dort, alle Sünden aus dem Jahr 2015 hängen dort und auch die zukünftigen Sünden hängen am Kreuz von Golgatha. Da wo wir eigentlich hängen müssten, da hat sich Gott selbst hinhängen lassen und für alle unsere Sünden mit seinem Blut bezahlt.

Auch im Jahre 2016 können wir mit all unseren Sünden zu Gott kommen, ihm diese bekennen und ihn um seine Vergebung bitten. Und Gott wird uns auch im kommenden Jahre unsere Verfehlungen vergeben, wenn wir ihn ernstlich darum bitten.

2. Unantastbarkeit

„Gott ist für uns…“ das macht uns alle unantastbar für all diejenigen die uns Schaden zufügen wollen. Zuallererst macht Gott uns unangreifbar für Satans Angriffe. Wenn Gott in unser Leben Einzug hält, dann können wir uns dies so vorstellen, als ob wir einen unsichtbaren Panzer in uns tragen, der uns vor allen satanischen Versuchungen schützen kann.

Das heißt natürlich nicht, dass wir fortan blauäugig durch unser Leben gehen können. Wir werden immer bis an unser Lebensende vom Teufel versucht werden. Wenn wir Jesus bitten, dann wird er uns gegen alle Angriffe schützen.

Luther berichtete einmal, dass der Teufel ihn immer wieder heimsuchte.
Aber immer, wenn er dies macht, dann öffne er die Türe seines Herzens.
Und dann sieht der Teufel, dass dort der Herr Jesus wohnt und kann nichts anderes tun, als geschlagen von dannen zu schleichen. Lassen Sie es uns doch Luther einfach nachtun. Zeigen wir doch dem Teufel auch unsere geöffneten Herzen und schlagen ihn damit in die Flucht.

Manchmal hat man den Eindruck, dass Christen in besonderer Art und Weise vom Teufel versucht werden. Das ist auch richtig so. Im Moment der Bekehrung hat uns der Teufel nämlich verloren und es bleibt ihm nur eine kleine Zeitspanne, nämlich bis zu unserem irdischen Ende, um uns zurückzugewinnen. Und daher zieht er gerade bei uns Christen alle seine Register. Diejenigen, die sich bewusst gegen Gott entschieden haben, die hat er ja sowieso schon in seiner Hand. Da muss er sich keine große Mühe mehr geben. Die Angriffe Satans, so hat es Augustinus einmal gesagt, sind der beste Beweis dafür, dass wir Gottes Kinder sind.

„Gott ist für uns…“ heißt auch, dass Gott uns zur Seite steht, wenn uns andere Menschen Schaden zufügen wollen. Wir brauchen vor solchen Menschen keine Angst mehr zu haben, die uns in irgendeiner Art und Weise Schaden zufügen wollen. Befehlen wir sie doch einfach unserem Herrn Jesus an. Vergessen wir eines bitte niemals: Nicht wir regieren, es WIRD regiert. Und auf eines dürfen wir gewiss vertrauen: Gottes Mühlen mahlen zwar manchmal langsam, aber vortrefflich fein.

3. Herrliche Zukunft

„Gott ist für uns“… das verheißt uns allen eine herrliche Zukunft. Mit unserer Bekehrung haben wir nämlich auch schon unsere Zukunft im Himmel in unserem irdischen Reisegepäck. Mit unserer Bekehrung dürfen wir darauf vertrauen, dass wir dereinst, wenn wir diese Erde verlassen, in unsere ewige Wohnung im Himmel einziehen werden.

Natürlich erleiden wir auf Erden weiterhin Trübsal und Angst, Verfolgung, Hunger und Gefahren jedweder Art. Das will auch Gott nicht beschönigen. Denken wir nur einen Moment an die Hinterbliebenen der Terroranschläge in diesem Jahr. Wie viel Leid haben wenige geistig verwirrte Menschen über Tausende von anderen Menschen gebracht.

Aber gerade in diesem Leid ist Gott bei uns. Egal, wie groß unser Leid auch sein mag, der, der „für uns ist“ trägt uns nicht nur durch dieses Leid hindurch, sondern lässt uns oftmals gestärkt aus unseren Leiden hervorgehen. Warum gestärkt? Ganz einfach, damit wir anderen Menschen in ihrem Leide eine wertvolle Stütze sein können.

Egal in welchem Leid wir auch gerade stecken, vertrauen wir doch darauf, dass Gott sich dieses Leides annehmen wird uns sicher durch dieses ganz persönliche Leid hindurchführen wird.

Wenn wir dies tun, dann können wir mit Paulus gemeinsam sagen:

Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte und Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Lassen Sie uns doch diese feste Zuversicht auch im Jahre 2016 in unseren Herzen tragen und ihr all unser Vertrauen schenken.

Lassen Sie uns unseren Herrn am Schluss des heutigen Abends bitten, uns auch im Jahre 2016 wohlbehütet durch unser Leben zu führen und zwar mit dem 6. Vers des Liedes von Jochen Klepper: „Der du die Zeit in Händen hast…“ (EG 64), der da lautet, wie folgt:

Der du allein der Ewge heißt und Anfang, Ziel und Mitte weißt im Fluge unsrer Zeiten:
Bleib du uns gnädig zugewandt und führe uns an deiner Hand, damit wir sicher schreiten.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen besinnlichen Altjahresabend und freue mich auf ein Wiedersehen im Jahre 2016.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber