ePredigt-Archiv » Offenbarung des Johannes 3. Kapitel, Verse 7-13
Liebe Lesergemeinde !
Ich grüße Sie herzlich zum Beginn der 2. Adventswoche.
Als Predigtwort lesen wir in der Offenbarung des Johannes im 3.Kapitel die Verse 7 - 13:²
"Und dem Engel der Gemeinde zu Philadelphia schreibe: Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der da hat den Schlüssel Davids, der auftut, und niemand schließt zu, der zuschließt, und niemand tut auf. Ich weiß deine Werke. Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Tür, und niemand kann sie zuschließen; denn du hast eine kleine Kraft und hast mein Wort behalten und hast meinen Namen nicht verleugnet. Siehe, ich werde geben aus des Satans Synagoge, die da sagen, sie seien Juden, und sind´s nicht, sondern lügen; siehe, ich will sie dazu bringen, daß sie kommen sollen und niederfallen zu deinen Füßen und erkennen, daß ich dich geliebt habe. Weil du bewahrt hast das Wort von meiner Geduld, will ich auch dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die kommen wird über den ganzen Weltkreis, zu versuchen, die da wohnen auf Erden. Siehe ich komme bald; halte, was du hast, daß niemand deine Krone nehme! Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen. Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!"
Der Herr segne an uns SEIN Wort!
Liebe Gemeinde!
Es war in Mecklenburg, in einem Winter, den ich nicht vergessen werde. Ich hatte in einem Nachbarort in einer Wohnstube Gottesdienst. Es war Schneetreiben. Das Schneetreiben wurde immer dichter. Ich begann mich zu fragen: Würde bei dem Wetter jemand zum Gottesdienst kommen? Doch absagen konnte ich nicht. Die gastgebende Familie hatte kein Telefon. So ging ich in Ungewißheit los. Das Schneetreiben wurde stärker. Die Straße begann bereits zu verwehen. Endlich erreichte ich erschöpft das Haus.
Eine Tür tat sich auf - und nicht nur die Tür des Hauses.
Wir feierten in einer kleinen Gemeinde Gottesdienst und Abendmahl. Die Kinder und Enkelkinder waren aus der Stadt zu Besuch gekommen und ein alter Mann aus dem Dorf war trotz Schneetreiben auch da. Ich spürte, Gott gibt SEINER Gemeinde offene Türen.
Manchmal erzählen Christen, die in Asien oder Afrika waren, wie Gott dort offene Türen gibt. Aber Gott gibt auch bei uns offene Türen. Das geschieht nicht nur in den Gemeinde, die imponierende Zahlen vorweisen können. Es geschieht auch dort, wo alles Mühen um das Weitergeben der Botschaft scheinbar vergeblich ist. Für Gott zählt nicht der statistische Jahresbericht einer Gemeinde.
Gott schaut auf jeden Menschen, der durch die Gemeinde für sich Gottes geöffnete Tür sieht. ER freut sich über Jeden, der den Mut fasst, durch diese Tür zu gehen.
Diese Tür ist Jesus Christus!
Gott hat IHN gesandt, damit für die Menschen eine Tür zu IHM geöffnet ist.
Gott spricht mit SEINEM Predigtwort einer verzagten Gemeinde Mut zu. ER sagt einer Gemeinde, die in Bedrängnis und Verfolgung ist: "Ich weiß deine Werke. Siehe, ich habe vor dir gegeben eine offene Tür, und niemand kann sie zuschließen, denn dur hast eine kleine Kraft und hast meine Worte behalten und hast meinen Namen nicht verleugnet."
Wohl uns, wenn wir als Gemeinde an Jesus als unseren Zugang zu Gott festhalten, wenn wir unser Tun von Gottes Wort bestimmen lassen.
Wir haben Gottes Wort, aus dem wir leben können. Es ist dieses Wort, welches die Menschen von uns brauchen. Vieles Andere, um das wir uns mühen, können wir getrost Anderen überlassen.
Für uns ist wichtig, dass wir die geöffnete Tür Gottes für uns nicht übersehen.
Für unser Handeln ist wichtig, dass wir den Anderen die geöffnete Tür Gottes zeigen. Dann kann es geschehen, dass Gottes Wort ihr Herz erreicht. Gott lässt SEIN Wort wie ein Samenkorn des Lebens in ihren Herzen wachsen.
Gott hat Geduld mit uns Menschen. ER weiß, wann die Zeit der Frucht ist.
ER kann auch uns Geduld geben. Wir können darauf vertrauen, dass Gott auch dort am Wirken ist, wo wir nur wenig davon sehen.
Gott steht zu SEINEM Wort.
Im Vertrauen darauf können wir Gott um Geduld im Warten bitten. Wenn uns diese Geduld geschenkt wird, stehen wir unter der Zusage, die hier im Predigtwort gegeben ist.
Der Gemeinde in Philadelphia wird gesagt, dass sie vor der Versuchung, die über die Welt kommen wird, bewahrt bleibt. Die Bibel spricht von der Versuchung des großen Abfalls von Gott, die am Ende der Zeit kommen wird. Der Herr aber wird SEINE Gemeinde bewahren, wenn sie an ihr Vertrauen auf Gott fest hält.
Mit SEINEM Wort will Gott auch uns als Gemeinde dazu ermutigen. SEINE Gemeinde soll wie ein Pfeiler SEINES Tempels werden. SEIN Tempel soll ein einladendes Haus werden und SEINE Gemeinde wie ein geschmückter Pfeiler, der die Welt einlädt, Gott zu begegnen.
Die Menschen, die Gemeinde - sie sind geschmückt mit dem Namen Gottes und des kommenden Lebens in der Gemeinschaft Gottes.
Darin wird das Wesen der Gemeinde sichtbar und darin bezeugen sie Gottes Einladung an die Welt. Das ist die Zusage Gottes an die Gemeinde, damals und heute, wenn die Gemeinde sich dafür Herzen und Ohren öffnen lässt.
Das sagt nicht einfach ein christlicher Buchschreiber der Vergangenheit, sondern in seinem Wort spricht Gottes Heiliger Geist zu den Gemeinden.
Die Worte des Johannes richten unseren Blick auf den Advent, auf das Nahen des kommenden Herrn.
So lasst uns unseren Blick auf Jesus richten. Lasst uns wegschauen von unserer kleinen Kraft. Lasst uns unseren Blick losreißen von der Bedrängnis der Dunkelheit. Lasst uns unseren Blick abwenden von dem verführerischen Glanz anderer Lichter. Bei Jesus ist die erlösende Freiheit, Gott hat durch Jesus gesagt:
"Sehet auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht" (Luc 21,28).
Dies ist ein Wort, das uns als Wochenspruch durch die jetzt begonnene 2.Adventswoche führen will.
Der Herr möge uns diese Woche zum Segen werden lassen.
Ich grüße Sie herzlich
Ihr Pfr. i.R. Steinführer (geschrieben 09.12.2001)
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