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ePredigt-Archiv » Hebräerbrief 12.Kapitel, Verse 1 - 3

Liebe Lesergemeinde !

Ich grüße Sie herzlich am 6. Sonntag in der Passionszeit, dem Palmsonntag. Das Predigtwort steht im Hebräerbrief, im 12.Kapitel, in den Versen 1-3:²

"Darum auch wir, weil wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, lasset uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasset uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns verordnet ist, und aufsehen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, welcher, da er wohl hätte können Freude haben, erduldete das Kreuz und achtete der Schande nicht und hat sich gesetzt zur Rechten des Thrones Gottes. Gedenket an den, der ein solches Widersprechen von den Sündern wider sich erduldet hat, auf daß ihr nicht matt werdet und nicht in eurem Mut ablasset."

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Der heutige Palmsonntag lässt Gottes Zukunft in der Welt aufleuchten. Menschen feiern Jesus als den von Gott gesandten König und Herrn. Eine große Menge jubelt IHM zu. Das geschieht bevor sich in der Karwoche eine Menge zu einem Ruf vereint. Dann aber werden sie dem Richter Pilatus zurufen:
Kreuzige IHN! Kreuzige IHN!

In diesem Ruf geschieht mehr als das Sichtbarwerden menschlichen Sympathiewandels. Es zeigt sich, wie Menschen mit Gott umgehen. Wenn sie etwas erleben, was ihre Hoffnungen und Erwartungen erfüllt, findet Gott ihre Zustimmung und sie jubeln IHM zu. Wenn ihnen Gottes Herrschaftsanspruch und der Ruf zum Wandel ihres Lebens begegnet, regt sich Widerspruch und Ablehnung.

Das begegnet auch der Kirche und der Gemeinde. Ihr Einsatz für notleidende Menschen und für ein menschliches Miteinander wird anerkannt, ja oft eingefordert. Ihr Mut im Widerstand gegen Unrecht und Gewalt werden begrüßt und erwartet.

Aber ihre Verkündigung des gekreuzigten und auferstandenen Christus als rettenden Erlöser und Herrn erregt Widerspruch. Die Öffentlichkeit blendet sich aus - höflich ablehnend oder verachtend gleichgültig. An anderer Stelle geht die Öffentlichkeit zum Angriff über - scharf abwehrend oder massiv bedrängend.

In solchen Situationen gerät Gemeinde in Gefahr, ihren Auftrag und sich selbst aufzugeben. Manche ziehen sich dorthin zurück, wo man ihre Botschaft hören will, Andere präsentieren sich der Umwelt so, wie sie von ihr angenommen und akzeptiert wird.

Unser Predigtwort aus dem Hebräerbrief macht deutlich, dass ein solches Verhalten nicht erst eine Erscheinung unserer Zeit ist. Der Hebräerbrief macht der Gemeinde Mut. Er sagt ihr:
Verkündigt den gekreuzigten und auferstandenen Jesus als Herrn. Lebt aus SEINER Kraft, auch in Anfechtung und Bedrängnis. Ihr seid auf einen Weg, der euch zum Ziel des Lebens führt.

Dabei vergleicht der Hebräerbrief das Leben der Christen mit dem Langstreckenlauf eines Sportlers, der auf sein Ziel zuläuft. Er sagt der Gemeinde, gebt nicht auf, ihr könnt das Ziel erreichen.

Immer wieder nimmt der Schreiber des Hebräerbriefes sich mit hinein in sein weisendes und ermunterndes Wort.

So weist er daraufhin, dass wir eine "Wolke" von Zeugen haben. Er denkt an Menschen, die bereits das Ziel des Lebens im Glauben an den gekreuzigten und auferstandenen Jesus erreicht haben. Er spricht von ihnen, wie von Zuschauern auf einer Tribüne in einem großen Stadion. Sie fiebern mit den Laufenden, dass sie ihr Ziel erreichen. Sie möchten sie wie die Fans in den großen Stadien anfeuern und mitreißen.

Doch sind sie mehr als nur Zuschauer. Sie kennen die Nöte und Mühen der Laufenden, denn sie haben ihren Lauf schon hinter sich. Aber sie kennen auch die Herrlichkeit, das Ziel erreicht zu haben. Sie können bezeugen, dass Gottes Zusagen in SEINEM Wort wahrhaftig sind.

Der Schreiber des Hebräerbriefes gibt wie ein Trainer und Mitlaufender Weisungen für den Lauf:

Lasst uns die Sünde ablegen, die uns hindert, das Ziel zu erreichen!

Er verweist auf den Opfertod Jesu, der SEIN Leben für unsere Sünde geopfert hat. Lasst uns das annehmen und "hinzutreten mit Freudigkeit zu dem Thron der Gnade" (Hebr 4,16).

Dabei weiß er, dass unser Leben als Christ nicht ohne Sünde sein wird. Immer wieder werden für uns Dinge und Personen wichtiger werden als Gott und SEIN Wort.

Aber er macht uns Mut, loszulassen.

Wir können das, was uns beherrschen will, unserm Herrn Jesus übergeben, damit es uns nicht hindert, das Ziel zu erreichen. Wir können Gott gegenüber frei werden, zum Hören und Gehorchen.

Der Schreiber des Hebräerbriefes gibt uns die Weisung:
Schaut auf Jesus!
ER ist der Anfänger und Vollender unseres Glaubens.
Jesus ist unser Vorbild.

Das meint nicht, dass wir SEINE Vollkommenheit durch Anstrengung erreichen können. Jesus ist das vollendete Bild von uns, das wir einst als Gottesgeschenk in der ewigen Gottesgemeinschaft sein werden.

Darum lasst uns auf Jesus schauen!
Vergesst nicht, SEIN Weg - der uns den Weg zum Ziel bereitet hat, war der Weg durch Leiden und Kreuzigung.

Denkt nicht, dass dieser Leidensweg für Jesus leicht und selbstverständlich war. ER hat SEINEN Auftrag, die Menschen durch SEIN Leiden und Sterben zu retten, zwar bereits angenommen bevor ER Mensch wurde, aber dennoch musste ER der Versuchung des Teufels widerstehen. Dennoch litt ER unter der Ablehnung Gottes durch die Welt und durch die Gemeinde.

Im Gebet hat ER um SEIN Herzensja, zum Leiden und Sterben gerungen. So duldete ER das Kreuz und achtete der Schande nicht.

Als Sieger, der auf Gott vertraute, hat ER SEINEN von Gott bereiteten Platz, zur Rechten des Vaters, eingenommen. SEIN Platz ist es, Herrscher zu sein über alle Welt, in der Gemeinschaft des Vaters. An der Seite des Vaters hat ER ein Zuhause für SEINE Gemeinde bereitet, dort ist "eine Ruhe vorhanden dem Volke Gottes" (Hebr 4,9).

Auf das Ziel lasst uns schauen, in unserem Lauf und nicht matt werden!

Der Herr möge uns die Karwoche segnen, dass wir sehen, wie uns Jesu Leiden den Weg zum verheißenen Ziel freigemacht hat.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Pfr. i.R. Steinführer (geschrieben 24.03.2002)

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