ePredigt-Archiv » 2. Buch Mose 3.Kapitel, Verse 1 - 17
Liebe Lesergemeinde !
Ich grüße Sie herzlich am 1. Sonntag in der Passionszeit.
Für diesen Sonntag steht darum als Predigtwort der erste Text der Bibelwoche. Der Predigttext dafür steht im 2.Mosebuch (Exodus) im 3.Kapitel, in den Versen 1 - 17:²
"Mose aber hütete die Schafe Jethros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe hinter die Wüste und kam an den Berg Horeb. Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Busch. Und er sah, daß der Busch mit Feuer brannte und ward doch nicht verzehrt; und sprach: Ich will dahin und beschauen dies große Gesicht, warum der Busch nicht verbrennt. Da aber der Herr sah, daß er hinging, zu sehen, rief ihm Gott aus dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hier bin ich. Er sprach: Tritt nicht herzu, zieh deine Schuhe aus von deinen Füßen; denn der Ort, darauf du stehst, ist ein heilig Land! Und sprach weiter: Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Und Mose verhüllte sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Und der Herr sprach: Ich habe gesehen das Elend meines Volkes in Ägypten und habe ihr Geschrei gehört über die, so sie drängen; ich habe ihr Leid erkannt und bin herniedergefahren, daß ich sie errette von der Ägypter Hand und sie ausführe aus diesem Lande in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und Honig fließt, an den Ort der Kanaaniter, Hethiter, Amoriter, Pherisiter, Heviter und Jebusiter. Weil denn nun das Geschrei der Kinder Israel vor mich gekommen ist und ich auch dazu ihre Angst gesehen habe, wie die Ägypter sie ängsten, so gehe nun hin, ich will dich zu Pharao senden, daß du mein Volk, die Kinder Israel, aus Ägypten führest. Mose sprach zu Gott: Wer bin ich, daß ich zu Pharao gehe und führe die Kinder Israel aus Ägypten? Er sprach: Ich will mit dir sein. Und das soll dir ein Zeichen sein, daß ich dich gesandt habe: Wenn du mein Volk aus Ägypten geführt hast, werdet ihr Gott opfern auf diesem Berge.
Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Kindern Israel komme und spreche zu ihnen:
Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt, und sie mir sagen werden: Wie heißt sein Name? was soll ich ihnen sagen? Gott sprach zu Mose:
Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: Ich werde sein hat mich zu euch gesandt. Und Gott sprach weiter zu Mose: Also sollst du zu den Kindern Israel sagen: Der Herr, eurer Väter Gott, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name ewiglich, dabei soll man mein gedenken für und für. Darum so gehe hin und versammle die Ältesten in Israel und sprich zu ihnen: Der Herr, eurer Väter Gott, ist mir erschienen, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, und hat gesagt: Ich habe euch heimgesucht, und gesehen, was euch in Ägypten widerfahren ist, und habe gesagt: Ich will euch aus dem Elend Ägypten führen in das Land der Kanaaniter, Hethiter, Amoriter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter, in das Land, darin Milch und Honig fließt."
Der Herr segne an uns SEIN Wort!
Liebe Gemeinde!
Am Anfang der Passionszeit, in der sich unsere Gedanken auf Jesu Leiden und sterben ausrichten, ist für uns der Beginn der Bibelwoche. In ihr begegnen uns Texte aus dem 2. Mosebuch. und sie stehen unter dem Thema: - Gott führt ins Leben - Die Gemeinde Gottes erfährt neues Leben in der Gemeinschaft Gottes.
Der heutige Bibelwochentext erzählt, wie Gott dafür mit einem Menschen einen Anfang macht. Es wird von Mose berichtet. Er hat weit entfernt von seiner Familie und seinem Volk ein neues zu Hause gefunden. Als Fremder ist er in de Gesellschaft der Midianiter integriert. Dort hat er eine Frau gefunden. Er ist verheiratet und hat Kinder. Sein Schwiegervater hat ihm Arbeit als Hirte gegeben.
Für Mose ist die Zeit der Zerrissenheit und Flucht vorbei. Er war als Sohn versklavter Ausländer geboren und herangewachsen. Und er war als adoptierter Prinz am ägyptischen Hof erzogen worden. Seine Parteinahme für sein unterdrücktes israelisches Volk ließ ihn zum Mörder und Flüchtling werden. Doch nun hat er seinen Platz für sein Leben gefunden und geht seiner Arbeit als Hirte nach.
Da kommt Gott in sein Leben.
Als Hirte beobachtet er sehr genau, was um ihn geschieht. So sieht er plötzlich ein Feuer in einem Dornenbusch, das aber den Strauch nicht verbrennt. Er geht näher, um der Sache auf den Grund zu gehen. Er hört eine Stimme, die ihn anruft.
Mose, Mose! und Mose antwortet: Hier bin ich.
Die Stimme antwortet ihm: Tritt nicht näher. Der Boden auf dem du stehst ist heiliger Boden. ICH bin der Gott deiner Väter, ICH habe das Elend MEINES Volkes gesehen und ihr Geschrei über ihre Bedrängnis gehört. ICH bin gekommen, dass ICH sie errette aus der Hand der Ägypter und in ein Land führe, darin Milch und Honig fließt. So geh nun hin. ICH will dich zum Pharao, zum König von Ägypten senden. Du sollst MEIN Volk Israel aus Ägypten führen.
Mose ist erschrocken und voll Zweifel. Er wehrt Gottes Auftrag ab. Wer bin ich, dass ich zu Pharao gehe und führe die Israeliten aus Ägypten?
Gott lässt den Mose aber nicht los. ER gibt ihm eine Zusage und eine Verheißung: ICH werde mit dir sein und du sollst ein Zeichen haben.
"Wenn du mein Volk aus Ägypten geführt hast, werdet ihr Gott opfern auf diesem Berg."
Für Gott steht die Rettung SEINES Volkes fest. Dafür hat ER den Mose berufen und müht sich um seine Zustimmung. Doch Mose ist noch nicht bereit. So fragt er Gott: Was soll ich den Israeliten sagen, wenn sie mich fragen:
In welchen Gottes Auftrag kommst du?
Wie ist der Name Gottes?
Gott gibt sich dem Mose zu erkennen. ER sagt ihm: MEIN Name ist: ICH werde sein, der ICH sein werde. Das sollst du der Gemeinde sagen und ihnen verkünden, der Gott eurer Väter ist mir erschienen und hat mich zu euch gesandt.
ER hat mir gesagt: ICH habe mich eurer angenommen und will euch aus dem Elend Ägyptens führen in eine Land, darin Milch und Honig fließt.
An dieser Stelle bricht der vorgegebene Text das Gespräch zwischen Gott und Mose ab. So beginnt ein Ereignis, das Gottes Volk zu einem neuen Leben in der Gemeinschaft Gottes aufbrechen lässt.
Gott setzt einen Menschen in Bewegung, damit eine ganze Gemeinde in Bewegung zu einem neuen Leben kommt. Gott spricht diesen Einzelnen mitten im Leben, in seinem Alltag, an.
Das geschieht auch noch heute. Oft sind es Ereignisse, die plötzlich in unser Leben hereinbrechen. Sie wollen uns bewegen, Gott zu begegnen. Gott lässt sich dabei nicht festlegen, wie ER das macht.
Es kann durch eine Krankheit oder eine Lebenskrise geschehen. Es kann durch eine Bewahrung oder durch einen unbegreifbaren Erfolg geschehen, oder dass uns tägliche Ereignisse um uns zum Staunen und Wundern bringen.
Gott setzt Zeichen SEINER Gegenwart in unser Leben. Wenn wir sie wahrnehmen und uns ihnen so nähern, dass wir auf ihren Grund kommen, kann unser Leben eine Wendung bekommen. Es kann der Anfang sein, dass wir Gottes Anruf und Auftrag vernehmen.
Gott hat für uns alle einen Platz in SEINEM Rettungsplan für die Menschen. ER will auch durch Dich Andere aus ihrer Not erretten.
ER sagt auch Dir: Geh hin, ich will Dich senden!
Du magst Dich erschrecken und einwenden:
Wer bin ich, dass DU mir solch eine Aufgabe stellst?
Wie soll ich das denn machen, was soll ich den Leuten sagen, wenn sie mich fragen:
Wer ist denn dieser Gott, von dem Du erzählst?
Gott sagt Dir, wie dem Mose:
ICH werde mit Dir sein!
ICH bin nicht der große Boss, der Dich zufällig wahr nimmt und für SEINE Pläne beansprucht. ICH habe Dich auf diesen Zeitpunkt hingeführt, damit Menschen, die um Hilfe rufen, MEINE Hilfe erfahren.
ICH bin der Gott, der sich Dir und Anderen zuwendet, damit sie ein neues Leben empfangen. ICH lass MICH nicht einorden, wie die Götter dieser Welt. Sie versprechen den Menschen Macht, Erfolg, Weisheit, Liebe und Spaß. ICH aber gebe neues Leben, in Rettung und Gericht, in Erbarmen und Ruf zur Umkehr.
In MEINEM Wort kannst Du lesen, wie ICH den "Vätern" begegnet bin. In MEINER Gemeinde kannst Du Zeugnis hören, wie ICH immer aufs Neue den Menschen Aufbruch zum Leben gegeben habe.
Gott ruft Dich!
Lass Dich rufen und senden!
Es kann sein, Du musst Deine Sicherheit aufgeben wie der Mose, aber Gott ist mit Dir. Es kann sein, Du musst dorthin zurück, wovor Du geflohen bist, aber Gott ist mit Dir. Es kann sein, Du musst ins Unbekannte aufbrechen, aber Gott ist mit Dir!
Gott will Dich in Bewegung setzen, weil ER selber der Bewegende ist. Gott bewegt die Welt auf SEINE Zukunft hin. Darin geschieht der wahre Fortschritt, weil durch Gott die Zeit und die Welt auf ihr Ziel zustrebt.
Gott will eine neue Welt vollenden, in der die Menschen mit IHM in unvergänglicher Gemeinschaft leben.
In diesem Rettungsplan Gottes hast Du einen Platz. Der handelnde Gott hat Dir in Jesus den Weg in Gottes Gemeinschaft geöffnet. Nun kannst Du aufbrechen zu einem Leben für Dich und für Andere.
Dazu geleite Dich der Herr mit SEINEM Segen!
Ich grüße Sie herzlich
Ihr Pfr. i.R. Steinführer (geschrieben 17.02.2002)
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