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ePredigt-Archiv » 2. Buch Moses 19.Kapitel, Verse 1-19

Liebe Lesergemeinde !

Ich grüße Sie herzlich am 3.Sonntag vor der Passionszeit. Dieser Sonntag ist zugleich der Bibelsonntag.

Der Predigttext für den Bibelsonntag steht im 2. Mosebuch im 19. Kapitel, in den Versen 1 - 19². Dieser Abschnitt ist auch der 5. Text für die diesjährige Bibelwoche.

"Im dritten Monat nach dem Ausgang der Kinder Israel aus Ägyptenland kamen sie dieses Tages in die Wüste Sinai. Denn sie waren ausgezogen von Raphidim und wollten in die Wüste Sinai und lagerten sich in der Wüste daselbst gegenüber dem Berge. Und Mose stieg hinauf zu Gott. Und der Herr rief ihm vom Berge und sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und verkündigen den Kindern Israel: Ihr habt gesehen, was ich den Ägyptern getan habe, und wie ich euch getragen habe auf Adlers- flügeln und habe euch zu mir gebracht. Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein priesterlich Königreich und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Kindern Israel sagen sollst. Mose kam und forderte die Ältesten im Volk und legte ihnen alle diese Worte vor, die der Herr geboten hatte. Und alles Volk antwortete zugleich und sprach: Alles, was der Herr geredet hat, wollen wir tun. Und Mose sagte die Rede des Volks dem Herrn wieder. Und der Herr sprach zu Mose: Siehe, ich will zu dir kommen in einer dicken Wolke, auf daß dies Volk es höre, wenn ich mit dir rede, und glaube dir ewiglich. Und Mose verkündete dem Herrn die Rede des Volkes.
Und der Herr sprach zu Mose: Gehe hin zum Volk und heilige sie heute und morgen, daß sie ihre Kleider waschen und bereit seien auf den dritten Tag; denn am dritten Tag wird der Herr vor allem Volk herab- fahren auf den Berg Sinai. Und mache dem Volk ein Gehege umher und sprich zu ihnen: Hütet euch, daß ihr nicht auf den Berg steiget noch sein Ende anrührt; denn wer den Berg anrührt, soll des Todes sterben. Keine Hand soll ihn anrühren,sondern er soll gesteinigt oder mit Geschoss erschossen werden; es sei ein Tier oder Mensch, so soll er nicht leben. Wenn es aber lange tönen wird, dann sollen sie an den Berg gehen. Mose stieg vom Berge zum Volk und heiligte sie, und sie wuschen ihre Kleider. Und er sprach zu ihnen: Seid bereit auf den dritten Tag, und keiner nahe sich zum Weibe.
Als nun der dritte Tag kam und es Morgen war, da erhob sich ein Donnern und Blitzen und eine dicke Wolke auf dem Berge und ein Ton einer sehr starken Posaune; das ganze Volk aber, das im Lager war, erschrak. Und Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen, und es trat unten an den Berg. Der ganze Berg aber rauchte, darum daß der Herr herab auf den Berg fuhr mit Feuer; und sein Rauch ging auf wie ein Rauch vom Ofen, daß der ganze Berg sehr bebte. Und der Posaune Ton ward immer stärker. Mose redete, und Gott antwortete ihm laut."

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Dieser Sonntag ist Bibelsonntag. Die Bibel ist nicht einfach ein Buch unter Büchern. Die Bibel ist für uns Gottes Wort, aus dem wir leben. In der Bibel begegnet uns Gottes Anrede. In dieser Anrede geschieht Gespräch und Gemeinschaft mit Gott.

So wird in unserem heutigen Predigtwort deutlich, wer wir als Gemeinde sind. Das geschieht nicht durch Gottes belehrende Erklärung. Sondern Gott beruft uns als Gemeinde zu einem Volk von Priestern. Das ist ein Geschenk SEINER freien Wahl.

Dazu hat ER Dich und mich durch Jesus in SEINE Gemeinde gerufen.

Das sagt nichts über unsere Fähigkeiten oder Qualitäten aus. Aber es begründet unseren Auftrag und unsere Vollmacht. Der heilige Gott will den Menschen der Welt durch SEINE Gemeinde begegnen.

Sagen Sie nicht voreilig: Heilig ist für mich nur ein frommes Wort, mit dem ich nichts anfangen kann. Jedem Menschen ist etwas heilig. Tief im Herzen hat der Mensch etwas, was für ihn mit Bewunderung und Verehrung verbunden ist. Er erträgt es nur schwer, wenn dies jemand lächerlich macht oder in den Schmutz zieht.

Aber Gottes Heiligkeit ist anders. Gott ist nicht heilig, weil wir SEIN Tun und Wirken bewundern, SEINE Allmacht und Größe verehren.

Gott ist heilig, weil ER der Herr und Schöpfer ist.

Eine Begegnung mit IHM und die Gemeinschaft mit IHM sind nur möglich, wenn wir SEINE Heiligkeit respektieren. Sonst würden wir an SEINER Nähe verglühen und vergehen, wie Menschen, die sich ohne Schutz der glühenden Sonne nähern.

Gott selber gibt der Gemeinde rettenden Schutz. ER sagt ihr, was sie tun soll. Den Israeliten aus dem Predigtwort sagt Gott: Reinigt euch und wartet auf mein Zeichen, das ihr kommen könnt.

Als Gemeinde Jesu Christi sagt ER uns:
Lasst Euch durch das Blut Jesu Christi rein waschen. Kommt zu MIR, wenn ihr in Eurem Leben MEINEN Ruf hört. Wenn Ihr versucht, MIR nach eigenen Vorstellungen zu begegnen, wird es Euer Verderben sein.

Gott lässt durch Mose den Israeliten sagen:
Ihr habt MEINE Rettung aus der Sklaverei erlebt. Ihr habt MEINE helfende Nähe auf eurem Weg der geschenkten Freiheit erfahren.

Gott erinnert sie daran, wer sie waren und wie sich ihr Leben verändert hat. Sie waren ein Sklavenvolk. Sie waren Fremde in einem mächtigen Reich ihrer Zeit. Sie hatten nur das zum Leben, was ihnen die Mächtigen zubilligten und erlaubten. Doch sie hatten etwas, was ihnen die Mächtigen nicht geben oder nehmen konnten. Das war die Erinnerung an den Gott ihrer Väter. Und zu diesem beteten sie in ihrer Not. Gott antwortete ihnen. ER sandte Mose, der sie im Auftrag Gottes in die Freiheit führte. Sie lernten Gott aus eigener Erfahrung, als Retter und treuen Helfer und Begleiter kennen.

Nun spricht ER sie an. Gott stellt sie vor die Entscheidung: "Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein priesterliches Königreich und ein heiliges Volk sein. (2.Mose 19,5-6).

Als Gemeinde Jesu Christi ist für uns die entscheidende Rettungstat Gottes durch Jesu Opfer am Kreuz geschehen. Dadurch hat die Sünde ihre herrschende Macht über uns verloren. Jesus führt uns auf den Weg der Freiheit zum verheißenen Land der ewigen Gottesgemeinschaft. Doch es wird für uns erst Wirklichkeit, wenn wir es selber annehmen. So sind auch wir gefragt, ob wir Gottes Stimme gehorchen wollen, ob wir sein wollen, wozu ER uns berufen hat.

Wollen wir als Gemeinde ein heiliges Volk, ein Volk von Priestern sein?
Durch Jesus können wir es sein!

Paulus (1.Kor 3,13), der 1.Petrusbrief (1.Petr 2,9) und die Offenbarung des Johannes (Offenb 1,6) bezeugen es uns.

Wenn wir es annehmen, wird Wirklichkeit, was Gott einst Abraham verheißen hat:
"In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden" (1.Mose 12,3).

Jesus Christus, der Gottessohn, der als Mensch Abrahams Nachkomme ist, hat die Erfüllung der Abrahamsverheißung gebracht. ER gibt uns als SEINE Gemeinde Anteil an dieser Verheißung.

Israel hat damals Gottes Entscheidungsfrage bejaht. "Alles, was der Herr geredet hat, wollen wir tun."

So stellt sich auch uns die Forderung Gottes nach Reinigung und Gehorsam. In unserer Bejahung begegnet Gott auch uns in einer überwältigenden Art und Weise.

Mit unserem   J A   zu Gott und mit unserem Gehorsam gegenüber Gott könnte unsere Erwählung und unser Handeln als Gottes Priestervolk in dieser Welt in überwältigender Gottesbegegnung Bekräftigung erfahren. Das könnte wie ein Initialfunke sein, der Welt die Rettung und Herrlichkeit Gottes in Vollmacht zu verkünden.

Das gilt der Gemeinde Jesu Christi und jedem Einzelnen in ihr.

Es segne Euch der Herr, dass Ihr zum Segen werdet.

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